Selbstcoaching

  • Geld- und Spartipps für HedonistInnen

    Wikipedia sagt zum Begriff Hedonismus:

    Hedonismus (von altgriechisch ἡδονή, hēdonḗ, „Freude, Vergnügen, Lust, Genuss, sinnliche Begierde“;[1] Wortbildung mit dem Suffix -ismus) bezeichnet zumeist eine philosophische bzw. ethische Strömung, deren Grundthese lautet, dass einzig Lust bzw. Freude und die Vermeidung von Schmerz bzw. Leid intrinsisch oder final wertvoll sei(en). Im Gegensatz zu dem philosophischen Verständnis wird im alltagssprachlichen Gebrauch mit dem Begriff Hedonismus häufig eine nur an momentanen Genüssen orientierte egoistische Lebenseinstellung bezeichnet. In diesem Sinne wird der Begriff Hedonismus oft abwertend gebraucht und als Zeichen der Dekadenz interpretiert.

    Erkennt ihr euch wieder? 🙂 Seid ihr auch HedonistInnen? Dann lacht ihr bestimmt auch herzlich über dieses wunderbare Gedicht von Goethe alias Barbara. 😀

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    Quelle: @ich_bin_barbara

    Dass ich Hedonistin bin, heißt für mich leider auch, dass ich eine überbordende, oftmals leichtsinnige Einstellung zu Spaß und Geld habe. Diese Sprüche könnten von mir sein:

    • „Ach was solls, gutes Essen ist mir mein Geld wert, lass uns zum Griechen gehen!“
    • „Oooooh, eine neue Limited Edition mit SO schönen Farben, die ist ja bald weg, brauch ich!“
    • „Wer weiß schon, ob ich morgen noch lebe, vielleicht werd ich heute Abend vom Bus überfahren, was bringen mir dann meine Ersparnisse?“

    Gepaart mit dem Glaubenssatz über Geld, den ich lange hatte („Ich kann nicht mit Geld umgehen!“) ist das eine fatale Mischung, die dazu führt, dass ich oftmals am Ende des Monats im Minus war und zwar egal, wie viel ich verdiene. 😉 Eins hab ich inzwischen begriffen: Der Mensch passt sich wahnsinnig schnell an und an mehr Gehalt und mehr Luxus im Leben kann man sich rasant schnell gewöhnen. Ich arbeite seit drei Jahren und für Berufsanfänger ist es ganz normal, erstmal am Anfang den neuen Reichtum zu genießen und sich Sachen zu gönnen, die man sich bisher vorenthalten hat, hab ich mir so eingeredet. Für mich war das zum Beispiel ein Taschenbegleiter für knapp 180 Euro, mit meinem Namen reingestickt, einfach so, weil ich es konnte. 😛

    Aber irgendwann plagte mich dann doch das schlechte Gewissen bzw. ich hab angefangen, langfristiger zu denken und ich stellte mich der Aufgabe, endlich mal was gebacken zu kriegen und meine Finanzen unter Kontrolle zu bekommen. Wenn du dich in meiner Beschreibung wiedergefunden hast, dann freu ich mich, dir weiterzuhelfen! 🙂

    Tipp 1 Mach dir deine Glaubenssätze im Hinblick auf Geld bewusst

    Glaubenssätze sind Einstellungen über uns selbst, die wir so verinnerlicht haben, dass wir überzeugt sind, dass sie stimmen und nicht mehr erkennen, dass sie lediglich in unserem Kopf existieren (und manchmal eben noch auf dem Konto ;)). Als ich mich zum ersten Mal mit meinen Glaubenssätzen über Geld auseinander setzte, war das ein totales Aha-Erlebnis. Inzwischen sag ich nicht mehr einfach „Ich kann nicht mit Geld umgehen“. Natürlich kann ich mit Geld umgehen, ich tu es ja (fast) jeden Tag! Damit übernehme einerseits Verantwortung für mein Tun, andererseits lasse ich es auch zu, endlich nicht mehr ständig pleite zu sein.

    Coach und Autorin Talane Miedaner fasst es trocken zusammen:

    Wenn Sie Ihren Glauben zum Thema Geld begrenzen, dann begrenzen Sie gleichzeitig Ihre finanziellen Möglichkeiten. (…) Indem Sie Ihre Gedanken zum Thema Geld nicht weiter beschränken, haben Sie schon den ersten Schritt auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit getan. Es ist nicht immer einfach, sich die eigene Meinung zu diesem Thema vor Augen zu führen. Aber anders geht es nun einmal nicht.

    Zum Arbeiten an deinen Glaubenssätzen kann ich dir auch den Podcast „Wie du eine liebevolle Beziehung zu Geld entwickelst“ von Laura Seiler empfehlen. 🙂

    Tipp 2 Überweise zu Monatsbeginn Geld auf anderes Konto

    Praktischer Tipp Nr. 1, eigentlich ein No-Brainer und bestimmt der Tipp, der am häufigsten genutzt wird. Gleich zu Beginn des Monats oder wann auch immer das Geld reinkommt, etwas davon zur Seite legen bzw. auf ein anderes Konto überweisen. Wenn du ein Härtefall bist: Nimm am besten ein Konto, auf dass du nicht so schnell zugreifen kannst, wie ein Tagesgeldkonto.

    Tipp 3 Spare auf etwas, was du wirklich willst!

    Ich habs tatsächlich erst so richtig geschafft zu sparen, nachdem ich ein langfristiges Ziel hatte: Mein Yoga Teacher Training, welches im Schnitt 3.000 Euro kostet und für das ich konsequent gespart habe. Was macht dir das Sparen leichter, vielleicht eine tolle Urlaubsreise oder ein neues Sofa..? Such dir was und dann spar darauf. Das macht dann sogar fast schon Spaß und am Ende bist du stolz auf dich, wenn du es geschafft hast!

    Tipp 4 Behalte mit einer App deine Ausgaben im Auge

    Ich nutze die App Numbrs, um meine Ausgaben und meinen Kontostand im Blick zu behalten. So hab ich zumindest immer eine Übersicht darüber, was rausgeht und was reinkommt. Die App zeigt auch terminierte Zahlungen an, beispielsweise den Kontostand am Tag, an dem die Miete abgeht und gibt dir ein beruhigendes Gefühl, dass es noch nicht so weit ist und dass bis dahin vielleicht noch was reinkommen könnte. 😀

    Außerdem sortiert sie die Ausgaben in Kategorien ein, sodass du siehst, welcher Bereich am meisten Geld frisst (bei allem, was nicht mit Bargeld bezahlt wurde natürlich). Früher hatte ich dafür auch eine Haushaltsapp, nutze ich aber inzwischen nicht mehr, aber auch das ist eine Möglichkeit.

    Tipp 5 Führe das 6-Konten-Modell ein

    Nachdem ich es geschafft habe, für mein Teacher Training zu sparen, starte ich mit dem 6-Konten-Modell. Das Modell ist ursprünglich von T. Harv Eker beschrieben, einen guten, ausführlichen Blogartikel findet ihr hier. Das Modell geht davon aus, dass man 50% seines Einkommens für laufende Kosten verwendet und den Rest auf 5 Konten aufteilt. Natürlich geht das nur, wenn euch 50% zum leben reichen! Ich empfehle also, zu gucken, wie viel man braucht und erst dann den Rest auf die anderen 5 Konten aufzuteilen. 😉

    Die Konten sind:

    • 10% auf ein Konto für finanzielle Freiheit
    • 10% auf ein Spaß-Konto
    • 10% auf ein Rücklagen-Konto
    • 10% auf ein Konto für aus und Weiterbildung
    • 10% auf ein Spendenkonto

    Das Schöne dabei ist nicht nur, dass man sich nebenher ein „Vermögen“ aufbauen kann, sondern auch, dass man völlig ohne schlechtes Gewissen Geld verpulvern, Workshops machen und Bücher kaufen („Weiterbildung“) und sogar geplant Geld spenden darf, also was zurückgibt von dem Reichtum, den man hat.

    Für das 6 Konten Modell braucht man nicht unbedingt 6 physische Konten, man kann sich selbst auch Budgets einrichten. Dafür nutze ich ebenfalls die App Numbrs.

    Tipp 6 Sonstiges..?

    Soweit alle Tipps, die mir derzeit helfen. Weitere Ratschläge können sein: Unnötige Ausgaben identifizieren und verringern (zB Pizza selbst machen anstatt bestellen, Zeitschriften in der Bücherei lesen,…). Achja, Abos kündigen kann man hervorragend über Aboalarm! Kein Brief tippen mehr, schnell und sicher – ich liebe es. 😉

    Außerdem empfiehlt es sich, weitere Einkommensquellen aufzutun, z. B. alte Klamotten über Kleiderkreisel verkaufen, zum Flohmarkt gehen, einen Shop mit Dingen aufmachen, die man herstellt.. Alles womit irgendwie Geld reinkommt, ist gut! Vielleicht könnt ihr das dann zusätzlich auf euer Sparkonto tun. Oder damit euren hedonistischen Lebensstil finanzieren. 😀