Feminismus

  • Politische Bildung, Selbstliebe und Kreativität für Zuhause – 7 Tipps für Online-Angebote

    Disclaimer: Diese Workshops sind hochgradig subjektiv ausgesucht worden, nach meinen aktuellen Interessen und ohne den Anspruch, besonders viele Lebensbereiche abzudecken.

    Dank Corona sitzen wir derzeit in unserer Freizeit meist zuhause, können nicht mehr an Workshops teilnehmen oder ins Yogastudio gehen. Darauf haben viele Anbieter schnell reagiert und bieten ihre Workshops jetzt auch online an. Ein Vorteil dabei: Statt irgendwohin zu reisen kannst du dir jetzt einen Teil des Workshopsfeelings einfach nach Hause holen. Das macht es wieder wett, dass natürlich auch ein menschlich-verbindender Teil wegfällt, der durch physische Nähe entsteht.

    Ich habe euch 7 Online-Angebote rausgesucht, die ich spannend finde. Am Ende des Textes findet ihr noch eine Liste von tollen Yogalehrerinnen, die gerade Live-Klassen anbieten.


    Kostenlos: Politische Bildung mit der Bildungsstätte Anne Frank und der Heinrich-Böll-Stiftung

    Die Corona-Krise hat den Blick weggelenkt von politischen Themen wie dem Attentat in Hanau oder der Lage der Flüchtlinge in Griechenland. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns bewusst weiterhin damit beschäftigen. Und nie ging das leichter als jetzt, denn sowohl die Bildungsstätte Anne Frank als auch die Heinrich-Böll-Stiftung bieten kostenfreie Webinare zu politischen, antifaschistischen Themen an. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat auch Webinare zu persönlicher Weiterentwicklung wie Resilienz oder gewaltfreie Kommunikation im Angebot.

    Zu den Webinaren der Heinrich-Böll-Stiftung

    Zu den Webinaren der BS Anne Frank


    Online-Frauenkreise zu weiblichen Archetypen mit Anna Losse

    Anna bei einem Offline-Frauenkreis

    Ich bin bekennender Anna-Fan. Seitdem ich letztes Jahr auf ihrem Wild Women Weekend in Basel war, bin ich hingerissen von ihrer lustigen und einfühlsamen Art und davon, wie sie ihre Berufung lebt und liebt. Anna ist für mich der Inbegriff einer modernen Priesterin und ihre Arbeit als Mentorin für Frauen ist einfach genau das, was sie tun soll (so empfinde ich das).

    Bei Annas Online-Frauenkreisen geht es jeden Monat um einen bestimmten weiblichen Archetypen und wie man dessen Qualitäten lebt. Der nächste Frauenkreis am 26.4. dreht sich rund um das Thema „Mutter“ und wie man es schafft, sich selbst Fürsorge und Liebe zu geben.

    Hier findest du alle Infos zu Annas Online-Frauenkreisen


    Online-Improkurs vom Improtheater Karlsruhe

    Ich fand Impro-Theater ja schon immer spannend, aber den Gedanken daran auch herausfordernd. Mit anderen so in Kontakt zu gehen und zu schauspielern erfordert doch einiges an Mut! Für den Online-Improkurs vom Improtheater Karlsruhe musst du diesen Mut zwar auch aufbringen, kannst dich aber auch ein bissele hinter deinem Bildschirm verstecken. Deine Chance, falls du das schon immer mal ausprobieren wolltest!

    Der Kurs hat schon einen offiziellen Termin gehabt, ist aber laufend geöffnet für Menschen, die ein- oder aussteigen wollen.

    Hier findest du alle Infos zum Kurs


    Kreative Kakao & Clay Zeremonie – Create Your own Yoni Workshop mit Inga from the Yoniverse

    Inga war in meiner Bubble eine der ersten, die komplett flexibel auf die veränderten Umstände reagiert hat. Während ich an ihrer Stelle vermutlich erstmal ratlos gewesen wäre, hat sie kurzerhand beschlossen, ihre Workshops zum Thema Ton und Kakao in die Online-Sphäre zu verlegen. Wie das geht? Du bekommst deinen Ton und Kakao einfach nach Hause geschickt, inklusive Anleitung und Playlists für den Workshop!

    In Ingas Workshop am 24.4. verbindet man sich nicht nur mit dem Kakao und sich selbst, sondern auch mit einem der wichtigsten und dennoch am meisten mit Scham besetzten Körperteil: Der Yoni, dem tantrischen Begriff für die weiblich-gelesenen Genitalien (Vulva, Vagina und Uterus). Mit dem Ton stellst du dann deine ganz eigene Yoni-Skulptur her und verbindest so Kreativität und Selbstliebe.

    Zu Ingas Workshops und Events


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    Achtsamkeits-Onlinekurs von Valerie Neel

    Das ist Valerie

    Valerie kenne ich von Instagram und ihr kleiner Onlinekurs zum Thema Achtsamkeit ist perfekt, um ihn innerhalb von drei Tagen zu machen. Sie behandelt dabei die Themenbereiche Rituale (I love it), Ernährung (achtsam essen) und Mindset. Du bekommst ein Workbook und unterschiedliche Videos, die für jedes Thema in die Tiefe gehen.

    Klingt für mich nach Erdung und Selbstfürsorge und beides können wir gerade soo gut gebrauchen!
    Zu Valeries Onlinekurs


    Oils for Selfcare mit Hannah Krutmann

    Hannah macht regelmäßig Workshops zu ätherischen Ölen in Berlin. Und nun auch online, dafür bekommt man eine Auswahl an Ölproben nach Hause geschickt! Passenderweise ist „Self-Care“ das Motto für den nächsten Workshop am 18.4. Wie kann man seine Selbstfürsorgepraxis mit ätherischen Ölen unterstützen?

    Da ich mich mit dem Thema noch gar nicht auskenne und neugierig bin, finde ich das total spannend!
    Hier geht’s zu Hannahs Workshops


    Yoga-Klassen online

    Hier eine Liste von Yogalehrerinnen, die ich toll finde und die gerade Online-Klassen anbieten. Auch diese Liste ist absolut unvollständig.

    Aus dem vorherigen Text bieten sowohl Anna als auch Inga Online-Yoga an, Anna Yin Yoga und Meditation und Inga Body Love Yoga mit Tanzelementen.

    Mein Ausbildungs- und Herzensstudio, das Flow Yoga Mannheim bietet regelmäßig Kurse auf der Facebook-Website an

    Yoga with Katzi – Kat ist eine meiner Lieblingslehrerinnen aus Berlin und endlich kann ich sie auch in mein Wohnzimmer holen. Ihre Klassen findet ihr bei Instagram und Facebook

    Denise M’Baye kenn ich vom Podcast Kleine Schwarze Chaospraxis. Mit der Corona-Zeit hat sie von Zuhause aus ihr „Glückslabor“ geöffnet, in dem sie Yogastunden und Meditation anbietet. Infos auf Denise Instagram und Anmeldung per Mail an imglueckslabor@gmail.com

    Nicole von About that flow kenne ich schon seit drei Jahren, hab es aber bisher noch nie zu einem ihrer Living Yolates Workshops geschafft! Zur Zeit buche ich am liebsten ihre 8-Uhr-Klassen, um energetisch und entspannt in den Tag zu starten. Ihre aktuellen Klassen findet ihr auf ihrer Website.

    Sarah von Herzraum Yoga hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, seitdem sie mir bei meinem ersten Workshop mit Migräne den Rücken gestärkt hat <3 und ich liebe ihre liebevolle und gelassene Art zu unterrichten. Zu ihren Online-Klassen kommst du hier.

    Akosua unterrichtet Kemetic Yoga (auch afrikanisches Yoga genannt) und setzt damit einen Gegenpol zur überwiegend weißen Yogaszene, in der Rassismus und kulturelle Aneignung viel zu oft vorkommen. Akosua bietet mehrere Klassen die Woche an und ich bin schon für die nächste angemeldet. Checkt hier bei Instagram ihren Plan für April aus.

    Susann von Voll Yoga will Yoga besonders auch Menschen zugänglich machen, die denken, sie hätten nicht die richtige Figur dafür . „Yoga ohne Angst vor Ablehnung“? Finde ich mega. Ihre aktuellen Online-Klassen teilt sie auf Instagram.

    Laura von My heart beats yoga macht neben Yoga auch Crossfit und entsprechend energetisch stelle ich mir ihre Stunden vor! Was ich bei ihr raushöre, ist ihr Anspruch an sich selbst, den Schüler*innen das beste Erlebnis in ihren Stunden zu bieten und mit diesem Fokus kann das ja nur toll sein. Ihren aktuellen Plan findet ihr bei Instagram.

    Ok, zwar nicht live, aber besonders unterstützenswert ist auch das Online Yoga Kit von Fuck Lucky Go Happy, den Yoga-Blog, für den ich monatlich die Tarotscopes schreibe.

    Das waren meine Tipps für die nächste Zeit, ich hoffe, du kannst daraus etwas für dich mitnehmen und wünsche dir weiterhin gutes Durchhalten!

    Alles Liebe
    Noemi ♥

  • Was ich im Workshop über weibliche Lust gelernt hab

    Durch Corona sind grade alle in ihrer Freizeit ans Haus oder die Wohnung gefesselt und man könnte vermuten, dass dadurch zwangsläufig die große Langeweile einkehrt. Das muss aber nicht so sein, denn schließlich gibt’s jetzt auch eine Menge Onlinekurse zu unterschiedlichen Themen – wenn man denn die Zeit und das Geld dafür hat. Letzte Woche Mittwoch hab ich also was total Spontanes gemacht und an einem Workshop teilgenommen*, der den kryptisch erscheinenden Namen „HANDWERKSKUNST von Frau zu Frau“ trug. Laut Beschreibung sollte sich der dreistündige Workshop von Iva Samina um „weibliche Sexualität, Sinnlichkeit und intime Berührung einer Frau“ drehen. Da ich ja nun eine Frau bin, dachte ich, da kann ich sicher noch was lernen, why not!

    Die große Frage: Muss ich was ausziehen?

    Die große Frage, die sich mir stellte und mich zugegebenermaßen etwas nervös machte, war natürlich: Inwieweit muss ich in diesem Kurs live an mir selbst rumfummeln? Mich gar untenrum frei machen? Oder anderen dabei zusehen, wie sie nackt sind? Wäh! Denn so sehr ich Sex und alles drumrum (Dessous, Verführung, Austausch darüber) liebe, so groß ist meine Abneigung dagegen, ungewollt andere Menschen im sexuellen Kontext sehen zu müssen. Ich war schon immer diejenige, die ganz schnell weg geguckt hat, wenn Freude von mir sich zu tief küssten und ich bin extrem picky bei der Auswahl der Pornos, die ich gut finde. Da allerdings eine Bekannte von mir, die mir nicht wie eine große Exhibitionistin vorkam, sehr von Iva und ihren Workshops schwärmte und auch teilnehmen wollte, dachte ich optimistisch, „Okay, give it a go.“ Ich spoiler gleich: Nein, niemand hat was ausgezogen (Gott sei Dank)!

    Iva stellt sich vor

    Erwartungsfroh setzte ich mich also letzte Woche Mittwoch ins Schlafzimmer vor den Laptop, neben mir ein Tee und mein Notizbuch, um alle Erkenntnisse festzuhalten. Als Kleidung trug ich eine feste Yogahose und einen weiten Pulli, fest entschlossen, nichts davon auszuziehen! 😉 Als endlich alle Teilnehmerinnen im Zoom-Raum versammelt und die typischen, technischen Schwierigkeiten geklärt waren („Wie schaltet man alle auf mute?!“) ging es los mit dem Workshop.

    Iva, eine sympathische Frau mit langen, braunen Haaren, deren Alter ich durch den Bildschirm nicht recht schätzen konnte, die aber verriet, dass sie zwei erwachsene Kinder hat, stellte sich vor. Sie erzählte uns, dass sie nicht nur solche Handwerks-Workshops für alle Gender, Vulven, Penisse und Hoden machte, sondern auch Tantra-Massagen gibt. Auf gut deutsch heißt das: Sie hat tatsächlich eine Menge Erfahrung mit diversen Körpern. Und das war deutlich zu hören!

    Das ist Iva! Mit einer Muschel, die an eine Vulva erinnert. Credit: Gina Vadana

    Als Iva zu erzählen begann, dauerte es keine 5 Minuten, da hatte sie mein Herz gewonnen. Sie berichtete von ihrer Sicht auf Sexualität, die meiner verdammt ähnlich ist. „Wenn wir Frauen checken würden, was für eine Kraft wir in uns haben, könnte so viel passieren!“ meinte sie und legte dar, wie ihrer Ansicht nach die patriarchalen Religionen durch unterdrückte Körperlichkeit und Sexualität alle Geschlechter daran hinderten, frei zu sein. „Wenn wir unsere Sexualität heilen, heilen wir die Welt“ – Oh yes, da stimme ich absolut zu! Durch Scham und Schuld, die durch patriarchale Religionen vermittelt werden, werden wir daran gehindert, in unsere Kraft zu kommen und halten uns selbst klein. Wo könnten wir sein, wenn wir alle weniger Scham und Schuld empfinden würden..? Ein Gedanke, den ich auch schon oft hatte.

    Wenn wir unsere Sexualität heilen, heilen wir die Welt.

    Iva Samina

    Als erste Aufgabe bat Iva uns, an eine bestimmte sexuelle Begegnung zu denken, die wir als besonders schön und einprägsam in Erinnerung hatten. Was war es, dass dieses Erlebnis so besonders machte? Ich dachte dabei an den trüben Herbstabend in den Niederlanden zurück, an dem ich in einem Hot Tub unter freiem Himmel Sex hatte. Mhmm! Ganz viel Zeit füreinander, Entspannung, Verbindung und das Gefühl, mich komplett angenommen und geliebt zu fühlen, hatten diesen Sex so besonders gemacht. Die anderen Teilnehmerinnen erzählten Ähnliches und Iva nutzte diese Überleitung, um uns von den 5 wichtigen Pfeilern zu erzählen, die es aus ihrer Sicht für guten Sex braucht:

    • Langsamkeit, um Grenzen wahrzunehmen und zu fühlen
    • Neugierde und Spieltrieb
    • Absichtslosigkeit und Ergebnis-Offenheit
    • Präsenz und Aufmerksamkeit
    • Sicherheit und Vertrauen

    Klingt das nicht alles wunderschön? Während sie die einzelnen Punkte durchging, war mein Gehirn schon sehr am rattern und ein Aha-Erlebnis nach dem anderen stellte sich ein. Ich sah meine ganze sexuelle Historie auf einmal in einem anderen Licht! Mir wurde bewusst, wie sehr ich in meinem sexuellen Ausdruck die letzten Jahre davon geprägt war, dem zu entsprechen, was „Mann“ von mir wollte. Wie oft ich in eine performative (darstellende) Rolle geschlüpft war, also quasi mir selbst von außen beim Schauspiel Sex zugesehen hatte. Wie sehr ich es gebraucht hatte, dass ein Mann mich begehrt.

    Obwohl ich im Bett schon immer selbstbewusst war (ich hab noch nie einen Orgasmus vorgetäuscht, aber fast immer einen eingefordert), hatte ich doch den verinnerlichten Sexismus gelebt und mich selbst durch die Augen eines Mannes in Szene gesetzt. Was total okay ist, solange es bewusst geschieht. Und das war es mir nicht. Uff. Das musste ich erstmal verdauen. Durch das, was Iva als wichtig beschrieb, ergab sich mir ein völlig neuer Blickwinkel darauf, wie ich Sex in Zukunft leben könnte.

    Als nächstes besprachen wir die Namen des weiblichen Geschlechtsorgans. Wir schrieben auf, welche Namen uns einfielen und lasen sie reihum vor (soweit online möglich). Neben den üblichen Verdächtigen wie Muschi, Yoni, Mumu oder Scheide fiel schockierend oft das Wort Fotze, dicht gefolgt von Loch und Schlitz. Wäh! Iva bezeichnete diese Worte als „lebens- und lustfeindliche Sprache“, genauso wie alles rund um die Scham und so weiter. Die Frage, die aufkam, war: Weshalb tut sich unsere Gesellschaft so viel leichter mit abwertenden Wörtern als mit aufwertenden Wörtern? Ganz klar: Weil wir von einer lustfeindlichen Religion geprägt sind, in der Sex lediglich der Fortpflanzung dient. Uff. Wir brauchen eine Sprachrevolution!

    Das Modell einer Vulva, dem äußeren Geschlechtsorgan. Credit: Anthea Schaap

    Nachdem wir uns über diese ganzen spannenden Themen ausgetauscht hatten, ging es dann an die „Handarbeit“: Iva zeigte uns anhand verschiedener Vulva und Vagina-Nachbildungen, wo im Körper sich die G-Fläche oder der A-Punkt befindet und wie man damit umgehen kann. Eine superspannende Sache, die ich noch nicht wusste: Bei Frauen liegen ja die Schwellkörper größtenteils innen (das was bei der Klitoris sichtbar ist, ist sozusagen nur die Spitze des Eisbergs), deshalb brauchen Frauen oft ein längeres Vorspiel als Männer. So einleuchtend, oder?

    Iva demonstrierte allerhand lustige Handgriffe wie „Skilanglauf“ und „den Zaun streichen“, mit denen man die eigene oder eine fremde Vulva auf eine neue Art berühren kann. Um dazu genaueres zu erfahren, solltet ihr natürlich einen Workshop bei Iva besuchen! Ich kann es wirklich empfehlen. Nicht nur wegen der Techniken, sondern vor allem auch wegen des Austauschs und den Aha-Momenten über den weiblichen Körper und unsere Gesellschaft. Meine Empfehlung? Vor allem Hetero-Männer sollten einen ihrer Workshops besuchen und einen Einblick bekommen, wie es ist, in einem weiblichen Körper zu leben und Lust zu empfinden.

    Hier geht’s zu Ivas Website und direkt zu den Workshops.

    *Zur Transparenz: Zu diesem Workshop wurde ich eingeladen und habe einen Rabatt auf den Teilnahmepreis bekommen. Einen ganzen Blogartikel darüber zu schreiben, war meine eigene Entscheidung, weil ich so geflasht war. Das ist also Werbung, aus Überzeugung.

  • #cyclesyncing: Wie du das Beste aus deinem Zyklus rausholst

    Das Tabu um den weiblichen Zyklus wird immer unhaltbarer und Cycle syncing, also das Leben im Einklang mit dem Zyklus, ist ziemlich im Trend. Auch ich beschäftige mich seit ein paar Jahren mit der Faszination Zyklus und habe in meiner neuen Podcastfolge fast alles dazu berichtet, was ich schon darüber gelernt habe!

    Oder hier direkt über den Player:

    https://loveyourflow.podigee.io/5-zyklus/embed?context=external&theme=default

    Hier noch mal alle Ressourcen, die ich verwendet habe:
    • Rebecca Booth: The Venus Week
    • Lisa Lister: Code Red
    • Malteser Arbeitsgruppe NFP: Natürlich und sicher. Das Praxisbuch

    Ich wünsche dir viel Spaß mit der Folge und hoffe, dass du daraus ganz viel für dich mitnehmen kannst. <3 Und wenn du magst, schreib mir gerne deine liebsten Bücher und Tipps zum Thema!

     

     

  • Was ist ein Women’s Circle?

    Wie aufregend! Ich plane für den 20. Januar 2018 mein erstes öffentliches Event – einen Women’s Circle im Yogastudio The Yoga Hive in Karlsruhe. Aber was ist eigentlich ein Women’s Circle und was macht man da?

    Meinen ersten Women’s Circle habe ich im Mai beim Yogafestival vom Yoga Spirit Circle (Link) besucht. In einem kleinen Kreis von Frauen brachte uns Alisa von Soneiro Collective (Link) den Mondzyklus und dessen Ähnlichkeit mit dem weiblichen Zyklus näher. Mit verschiedenen Übungen schuf sie eine Verbindung zwischen uns Teilnehmerinnen, wir teilten intime Geschichten miteinander und öffneten uns. Nach den 1,5 Stunden, die wir so verbrachten, war klar: Davon will ich mehr und das will ich in meine Stadt bringen!

    Doch was steckt hinter einem Women’s Circle? Wenn man dazu recherchiert, stößt man auf allerhand sagenumwobene, allerdings nicht gerade historisch untermauerte Aussagen, die dennoch Sinn ergeben: Schon immer haben Frauen in unterschiedlichen Kulturen zusammen gesessen, sich gegenseitig unterstützt und ihre Geschichten geteilt. Wenn Frauen ihre Periode haben, Kinder bekommen, oder wichtige Lebensereignisse anstehen, profitieren wir wahnsinnig vom Austausch und dem Support anderer Frauen. Aber auch darüber hinaus: Oftmals gibt es im Alltag keinen Raum dafür, über unsere Gefühle, unsere Ängste oder Schwächen zu sprechen. Wir versuchen stark zu sein, reißen uns zusammen und erlauben uns keine Schwäche. In einem Women’s Circle wird ein Safe Space geschaffen, in dem über alles geredet werden kann und nicht verurteilt wird. Durch diese Verbundenheit fühlen wir uns weniger allein, verstanden und geliebt. Ein wunderschönes Gefühl und so viel Wert!

    Ein Women’s Circle ist der Gegenentwurf zum weiblichen Konkurrenzdenken, in dem wir aufwachsen. Oftmals geht es dabei um unser Verhältnis zu Männern (wenn wir hetero sind) und damit um Äußerlichkeiten. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ fragt die böse Stiefmutter und will Schneewittchen im Kampf um die Gunst des Vaters ausstechen. Abgesehen vom Äußeren wird auch das moralische Verhalten als Vergleich herangezogen: Das biblische Heilige vs. Hure genutzt, um Frauen in „gut und anständig“ und „sündig und lasterhaft“ zu unterteilen. Worte wie „Zickenkrieg“ und „Stutenbissigkeit“ sind normaler Sprachgebrauch, da Frauen angeblich nicht anders können, als sich gegenseitig anzugehen (Fun fact: Im Reitsport wird dieser Begriff nicht verwendet, da alle Pferde beißen – auch die Hengste.)

    Ich kenne es von mir selbst: Wenn ich einen schlechten Tag habe oder zum Beispiel eifersüchtig bin, dann vergleiche ich mich und tendiere dazu, meine vermeintliche Konkurrentin in Gedanken abzuwerten. Aber das ist totaler Quatsch, denn: Another women’s beauty is not the absence of your own. Gegen solche Gedanken gehe ich inzwischen aktiv vor und lebe Frauensolidarität so oft es geht – auch in schwierigen Situationen! Denn eigentlich haben wir alle so viel mehr gemeinsam, als uns trennt. Und wir gewinnen so viel, wenn wir uns unterstützen: Liebe, Freundschaft, Geborgenheit, Halt, Verbundenheit.

    Aus dieser Solidariät kann dabei etwas ganz Handfestes entstehen, das uns weiterbringt und unterstützt. Ich habe einen Kreis von Freundinnen, in dem wir uns gegenseitig stärken, was unseren Wert im Berufsleben angeht. Wir haben zusammen studiert und immer offen über unsere Gehälter geredet. Wenn eine von uns ein Vorstellungsgespräch oder eine Gehaltsverhandlung hat, dann geben wir ihr Support und bestärken sie in ihrem Wert. Das ist so wunderbar und hilfreich und ohne diese Gruppe hätte ich beruflich nicht so viel Selbstwert entwickelt. Insofern ist ein Women’s Circle ein eimpowernder Akt!

    An meinem Women’s Circle werden wir gemeinsam zu einem Tagesthema meditieren, unsere Gedanken aufschreiben und austauschen. Anschließend werden wir über den Mondzyklus sprechen und wie er mit dem weiblichen Zyklus zusammenhängt – ein super spannendes Thema! Da der Circle am ersten Samstag nach Neumond stattfindet, werden wir diese Energie dazu nutzen, Intentionen und Wünsche für den Mondzyklus zu formulieren. Und zum Schluß leite ich noch eine gemütliche Yogarunde an.

    Wenn du neugierig geworden bist und teilnehmen möchtest: Wir treffen uns am 20. Januar 2018 von 16-19 Uhr im The Yoga Hive, einem kleinen, feinen Yogastudio in Karlsruhe. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro, Anmeldung über noemi.christoph@web.de, ich lasse dir dann die Zahlungsmöglichkeiten zukommen. Oder schau bei meinem Facebook-Event vorbei und melde dich per PN bei mir: https://www.facebook.com/events/1970834643160028/

    Ich freue mich! <3

  • 3 empowernde Geschenkideen für kleine Mädchen

    Ich glaube nicht, dass ich es auf dem Blog schon thematisiert habe, aber ich schmücke mich gerne mit dem Label bin quasi Teilzeit-Stiefmama, weil mein Freund schon zwei Kinder hat, die oft bei uns sind. Seine kleine Tochter kenne ich, seit sie vier ist und versuche sie so gut es geht dabei zu unterstützen, eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit zu werden, die versteht, dass ihr Wert nicht in ihrem Aussehen begründet liegt. Dazu passend habe ich dieses Jahr drei Geschenkideen entdeckt, die ich richtig cool und empowernd finde (gibt’s ein gescheites deutsches Wort für empowernd?). Bitteschön! 🙂

    Strong Girls Club T-Shirts und Pullis von Mutha.Hood

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    Foto credit: Mutha.Hood

    Mutha.Hood macht richtig coole T-Shirts, Pullis, Taschen, Ketten und andere Produkte mit Aussagen, die das Muttersein ehrlich, ironisch und sich gegenseitig unterstützend beschreiben. „Mothering like a boss!“ Die T-Shirts und Pullis mit dem Slogan Strong Girls Club gibt’s in Kinder- und Erwachsenengrößen, sodass du und das Mädchen euch im Partnerlook anziehen könnt. Noch dazu ist es nach Fair Wear Standards hergestellt und klimaneutral. Ich liebe es! <3

    Hier kannst du bestellen: muthahoodgoods.com

    Buch „Good Night Stories for Rebel Girls“

    rebelgirls

    Das Video zur Crowdfunding-Kampagne dieses Kinderbuchs ging viral: Mutter und Tochter sortieren in einem Kinderbuchregal nacheinander alle Bücher aus, die keine weiblichen Charaktere enthalten, anschließend die, die keine sprechenden weiblichen Charaktere enthalten, danach die, die nur von passiv wartenden Prinzessinnen erzählen und so weiter. Am Ende ist das Regal annähernd leer. Deshalb schufen die Initiatorinnen ein alternatives Geschichtenbuch, das hundert Geschichten von realen Heldinnen und Rebel Girls wie Frieda Kahlo, Malala oder Yoko Ono erzählt: Good Night Stories for Rebel Girls. Das erste Buch ist pünktlich zu Weihnachten nun auch auf Deutsch erschienen!

    Die Website des Projekts: https://www.rebelgirls.co/

    Einen Artikel über das Buch mit dem Video findet ihr hier: Spiegel Online 

    Love Your Inner Goddess Oracle

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    Meine Stieftochter liebt es, mit mir Tarotkarten zu legen. Wir zünden dann Kerzen an, stimmen uns ein und lassen uns von den Karten inspirieren, deren Interpretation ich natürlich auf ihr Alter anpasse. Beim Stöbern nach neuen Karten hab ich dieses wunderhübsche Deck gefunden, dessen kindlicher Stil super geeignet ist für kleine und große Mädchen: Das Love Your Inner Goddess Oracle.

    Die Gestaltung ist blumig, ein bisschen püppchenhaft, magisch und etwas gruselig. Auf den Karten stehen erste Hinweise wie „Be yor own hero“ oder „When darkness sorrounds you, be the light“. Ich glaube, diese Karten können zu einem richtigen Schatz werden, mit dem das Kind alleine oder gemeinsam mit dir spielen kann.

    Die Beschreibungen zu den Karten sprechen die Selbstakzeptanz und Intuition an, beraten und haben sogar noch kleine Rituale als Tipps. Bei der Karte „Divine Bad Ass“ (großartig :D) heißt es beispielsweise:

    Time to shake what the Divine Mother gave you! Let your body move freely, with joy and delight. As you shake, shimmy, strut and spin, know that you are shaking off any negativity, jealousy, disappointment or betrayal. You are clearing your energy, becoming fresh and ready to be you once again, completely, defiantly, joyfully.

    Na, seht ihr euch auch schon gemeinsam wild durch die Gegend hüpfen? 😉

    Das Kartendeck bekommt ihr unter http://alanafairchild.com/product/love-your-inner-goddess-oracle/ oder beim Buchhändler eures Vertrauens.

    Das waren meine Geschenktipps für kleine Mädchen! Falls ihr ähnlich tolle Geschenktipps für Jungs habt, freu ich mich sehr über einen Kommentar oder eine Nachricht. Während kleine Mädchen eher gestärkt werden müssen, seh ich bei Jungs, dass wir sie darin unterstützen sollten, Gefühle zu zeigen, liebevoll und tolerant zu sein. Ich freue mich über Input dazu. 🙂

  • Healthy is the new skinny – Das Buch

    Healthy is the new skinny – Das ist die Kampagne von Plussize-Model Katie H. Wilcox. Vor einigen Jahren als Blog gestartet, in dem sie auf die absurden Schönheitsideale in der Werbung hinweisen und Frauen ein besseres Körpergefühl vermitteln wollte, ist aus HNS inzwischen eine globale Bewegung von Frauen geworden, die keine Lust mehr auf das Schönheitsideal haben und sich gegen gesellschaftlichen Druck wehren.

    Glaubt man ihren Fotos, dann lebt Katie das perfekte Leben. In ihren Instagram-Stories sieht man ihr großes Haus, ihren attraktiven Mann Bradford und ihre supersüße Tochter True. Noch dazu ist sie megahübsch und sympathisch! 🙂 Aber wie so viele Frauen hat auch Katie eine lange Leidensgeschichte voller Selbstzweifel und Unglück über ihr Aussehen hinter sich. Mit dieser Geschichte beginnt ihr Buch „Healthy is the new skinny“ und nimmt den Leser so gleich mit in ihre Vergangenheit als junges Mädchen, dass darunter litt, dass es nicht so aussah wie seine zierlichen Cousinen.

    Ausgehend von dieser Geschichte beschreibt Katie, wie sie schließlich Plussize-Modell wurde, sich aber trotzdem wertlos und leer fühlte. Modeln macht nicht glücklich!, stellte sie fest, und begann, sich damit auseinanderzusetzen, was denn tatsächlich zu einem besseren Körperbild führen kann. Sie begann, zu recherchieren und ihr wurde bewusst, wie sehr unser kollektives Bewusstsein von Werbebotschaften und damit transportierten Bildern beeinflusst ist. Im letzten Jahrhundert hat sich die Werbung ins Zeug gelegt, um unser Konsumverhalten von „Ich kaufe, was ich BRAUCHE“ zu wandeln in „Ich kaufe, was ich WILL“. So sieht beispielsweise eine Person in London täglich etwa 3.500 mehr oder weniger unterschwellige Werbebotschaften. Wahnsinn, oder!?

    Der weibliche Körper ist dabei seit jeher mangelbehaftete Projektionsfläche, die entweder verbessert werden oder als Dekoobjekt herhalten muss. Katie beschreibt einleuchtend, wie die alltäglichen Bilder auf uns wirken, dass es wenig mit unserem tatsächlichen Aussehen zu tun hat, wie wir uns selbst wahrnehmen – und dass es in der Werbewelt keinen Ausweg gibt, denn statt uns selbst zu mögen, sollen wir weiter unglücklich sein und Produkte konsumieren, die uns vermeintlich helfen. Ein perfider Widerspruch, den sie glasklar aufdeckt und der einen stinkwütend machen kann!

    healthyisthenewskinny

    Nach dem investigativen und aufrüttelnden Teil des Buches beschreibt Katie, wie man das Verhältnis zum eigenen Körper verbessern kann, indem man durchschaut, welche negativen Leitbilder und Glaubenssätze man beispielsweise durch seine Erziehung gelernt hat. Sie schlägt diverse Übungen vor, um die eigene „Programmierung“ zu ändern und ein anderes Schönheitsbewusstsein zu entwickeln. Schließlich kommt sie zum Kernpunkt ihres Buches „Healthy is the new skinny“ und erklärt:

    So, why is healthy the new goal, the new skinny? Because when our body is in a state of excellent health, we are more easily able to return to being our true self. When our body is healthy, our mind is healthier, too. Our whole being is balanced and can relax instead of being in survival and fear mode, which causes us to feel that we’re not good enough and constantly need to prove ourselfe worthy of acceptance and love. When we’re healthy, we make better decisions for ourselves, which makes you healthier and happier still – contributing to a positive lifecircle.

    An added benefit of making healthy the new skinny is that this is a goal we can all achieve. Unlike the beauty ideal of skinny, health is a unique state for each of us, in a way that is organic in our own body. As we’ve discussed, the goal of being skinny puts us in a position to fail over and over again.

    Aber was ist mit healthy gemeint? Schließlich gibt es Menschen, die entweder mental oder physisch angeschlagen oder krank sind und dennoch glücklich sein und sich lieben wollen. Ist „healthy sein“ nicht ein weiterer Anspruch, der an uns gestellt wird? Katie stellt klar, dass sie die individuelle Gesundheit meine, die jeder für sich erreichen kann. Jemand, der etwa mentale Probleme hat, kann sich nicht völlig auf seine körperliche Gesundheit konzentrieren, sondern muss zunächst seine mentale Gesundheit verbessern. Katie stellt klar, dass Körper und Geist nur zusammen funktionieren und wir Gesundheit ganzheitlich sehen müssen – Damit stellt sie sich gegen eine körperfixierte Fitnessidustrie, die in ihrer Ausrichtung den Geist und die Seele nicht im Blick hat.

    Nachdem man sich seiner eigenen, einschränkenden Ideale und Vorstellungen bewusst geworden ist, nimmt Katie einen mit auf den Weg zum „wahrhaftigen Selbst“ und widmet sich der Persönlichkeitsentwicklung. In diesem Teil des Buches wird sie meiner Ansicht nach etwas oberflächlich. In wenigen Kapiteln versucht sie zu beschreiben, womit andere wiederum tausende Bücher füllen. Sie versucht, alles abzudecken und schweift dabei in Phrasen wie „Find your true purpose“ ab, geht aber nicht tief genug ins „Wie“ rein. Trotzdem schlage ich das Buch äußerst zufrieden zu, denn Katie schafft es, im letzten Kapitel die Stärke und den Zusammenhang von Frauen untereinander hervorzuheben und hält ein Manifest für gemeinsame Girl Power. Egal wie pathetisch sie hier klingt – Ich hab am Ende fast ein wenig Tränen in den Augen! 🙂

    Was ich aus diesem Buch mitnehme:

    • Einblick in die Hintergründe der Werbewelt, die uns unterschwellig beeinflusst und manipuliert
    • Wut! Auf ebendiese Werbewelt und den Vorsatz, in Zukunft weniger mitzuspielen und andere darauf hinzuweisen, wo ich kann

    Wem ich dieses Buch schenken würde:

    Allen Menschen (besonders Frauen), die Probleme mit sich und ihrem Körper haben und denen es helfen könnte, zu sehen, dass das nicht „ihre Schuld“ ist.

    Wer Lust hat, Katie und ihre Bewegung besser kennenzulernen, kann hier mal schauen:

    Healthy is the new skinny website: https://healthyisthenewskinny.com/
    Healthy is the new skinny Instagram: https://www.instagram.com/healthyisthenewskinny
    Katie H. Wilcox Instagram: https://www.instagram.com/katiehwillcox/

  • Warum es furchtbar – und unumgänglich ist, FeministIn zu sein

    I raise up my voice—not so I can shout, but so that those without a voice can be heard…we cannot succeed when half of us are held back.
    Malala Yousafzai

    Heute zum Internationalen Frauentag 2017 schreibe ich über ein Thema, welches mir schon länger im Kopf herumschwirt. Darüber, wie es ist, eine Feministin zu sein. Darüber, dass es furchtbar ist und trotzdem ohne Alternative.

    Feminismus hat mich mein Leben lang begleitet. Meine Mama, 23 Jahre jung, als sie mich bekam, ohne festen Partner, ohne Schulabschluss, aber mit Träumen und Visionen, hat mich dazu erzogen. Sie war auf sich allein gestellt und obwohl sie dann später meinen Papa und Vater meiner Schwester kennenlernte, war sie immer eine starke und unabhängige Frau. Ihre Erziehung war durchdacht – Sie gab mir Bücher über starke Mädchen zu lesen, sie brachte mir von Anfang an bei, dass ich und meine Bedürfnisse der Kompass meines Lebens sind, dass mich niemand ausnutzen, gegen meinen Willen anfassen oder über mich bestimmen darf. Dafür bin ich ihr bis heute so sehr dankbar.
    (Wenn ihr Büchertipps für kleine Mädchen braucht, schreibt mir gerne. Ich schätze diese Bücher bis heute.)

    Mein erstes Emma-Abo bekam ich so etwa mit 15. Ab da ging ich mit einer Wut im Herzen durch die Welt. Wut auf die Ungerechtigkeit und den Wahnsinn, der vielerorts auf der Welt damit einhergeht, dass wir als Frauen geboren werden.

    Aber uns geht es doch gut (in Deutschland), sagst du? Mag sein, dass es uns ziemlich gut geht, ja. Aber das Ding ist, ich kämpfe nicht nur für mich. Ich kämpfe und ich mache den Mund auf für alle Frauen der Welt.

    Für die jesidischen Mädchen, die vom IS bei lebendigem Leib verbrannt werden

    Für die Mädchen und Frauen, die während ihrer Periode weggeschickt werden und dabei manchmal sterben

    Für die Mädchen, deren Genitalien in jungen Jahren verstümmelt wurden und von denen auch knapp 50.000 in Deutschland leben

    Diese Themen sind ja schlimm, sagst du? Ja, das sind die. Und genau deshalb ist es furchtbar, FeministIn zu sein. Es tut weh. Ich leide daran. An manchen Tagen hab ich so viele Themen mitbekommen, die schlimm waren, dass ich richtig großen Weltschmerz hatte. Dass ich abends fertig mit der Welt war. Okay, vielleicht bist du besser darin als ich, das einfach nicht an dich ranzulassen. Gut.

    Was hat das also mit mir zu tun, sagst du? Nun, du musst verstehen, dass alles zusammenhängt. Dass wir im Kleinen anfangen müssen, etwas zu ändern. Dass der kleine Sexismus, die kleine Objektifizierung, nackte Frauen in der Werbung, gewaltvolle Pornos usw. usf. dazu führen, dass wir Frauen als Objekte wahrgenommen werden und damit ent-menschlicht. Dass uns damit unsere Menschenwürde weggenommen wird. Wir sind keine Dinge, wir sind Menschen.

    Nehmen wir das Thema Periode. In anderen Ländern werden menstruierende Mädchen und Frauen weggeschickt. Bei uns ist Perdiodenblut in der Werbung blau und zu sagen „Du hast wohl deine Tage“ ist lustig (hohoho), aber siehst du den Zusammenhang? Alles hat dieselbe tiefsitzende Ursache. Ausscheidungen des weiblichen Körpers sind eklig. Damit müssen wir aufhören (und ja, auch mir fällt das schwer, weil es so tief sitzt in unserer Sozialisierung).

    Ich bin eine Frau und ich kann nicht keine Feministin sein. Ich kämpfe für mich und für dich und für alle Frauen der Welt. Ich racker mich ab, ich schreib Kommentare bei Facebook, ich teile Artikel, ich mache mich lächerlich und unbeliebt mit meinen Sprüchen, ich diskutiere, ich stelle in Frage, ich kann nicht anders. Auch das ist manchmal furchtbar. Aber irgendjemand muss es tun. Ich bin es mir selbst schuldig, so zu sein. Und manchmal bekomme ich Nachrichten und Freundinnen sprechen mit mir und danken mir dafür. Und das tut gut. <3 Wir sollten alle zusammen halten.

    Wie feierst du heute den Weltfrauentag? Ich fände es toll, wenn du anderen Frauen sagst, wie viel sie und ihre Unterstützung dir bedeuten. Und wenn du den Mund aufmachst gegen Ungerechtigkeit, und sei sie noch so klein und „unwichtig“. Irgendjemand da draußen ist dir dankbar dafür. 🙂

    Habt alle einen wunderbaren Tag! #sisterhood!!

    malala
    (Quelle: Buzzfeed „12 Powerful And Inspiring Quotes From Malala Yousafzai“)