Ein Ritual, um die Menstruation zu feiern? Falls du jeden Monat von Schmerzen geplagt wirst, klingt das vielleicht zynisch für dich. Aber keine Sorge, es geht nicht darum, unser eigenes Blut (beziehungsweise Menstruationsgewebe, wie es eigentlich heißen müsste) zu feiern oder damit Bilder zu malen – was auch okay ist, no Judgement!

Nein, vielmehr geht es darum, diese Zeit zu nutzen, um sich auf sich selbst zu besinnen und zu reflektieren. Denn das kann man eigentlich nicht oft genug tun. Und, na gut, ein bisschen zelebrieren, das der Menstruationszyklus funktioniert, ist auch dabei.

Hinweis: Falls du beim Lesen eine starke Abneigung gegen das Thema hast, überleg mal, ob das von deiner Prägung kommen kann. Allgemein gilt die Menstruation immer noch als etwas Schambehaftetes und ist wie alles „Weibliche“ tendenziell negativ konnotiert oder wird abgewertet. Vielleicht ist das auch bei dir der Grund, weshalb du das Thema ablehnst. Das als Denkanstoß.

Die Idee für ein Periodenritual habe ich von Shannon Keating. Irgendwann letztes Jahr sah ich sie in einer Instagram Story darüber sprechen und war hooked. Denn: Rituale sind eine Form von Achtsamkeit, die ich sehr schätze. Ich liebe alles, was mit Intention angegangen wird, liebe reflektieren und mich auf etwas einstimmen. Darum erschien es mir einleuchtend, den immer wieder kehrenden weiblichen Zyklus dafür zu nutzen – als Ankerpunkt einmal im Monat (oder wie oft deine Menstruation eben stattfindet).

Das brauchst du

Meine Periodenkiste

Alles, was ich dafür brauche, ist in einer bestimmten Kiste, die nur dafür gedacht ist. Meine Periodenkiste sozusagen! Genauer gesagt ist es ein alter Schuhkarton, also gar nicht mal so fancy, aber was soll’s. Drinnen sind:

  • Eine rote Kerze, die ich nur zu diesem Zeitpunkt anzünde
  • Ein Stift, der rot schreibt
  • „Frauentee“ mit entkrampfenden Kräutern
  • Dunkle Schokolade
  • Roter Nagellack
  • Und das Allerwichtigste: Ein Häufchen zusammengefalteter Din A4-Zettel mit vergangenen Daten darauf, auf die ich gleich noch mal zu sprechen komme

Was genau in deiner Kiste drin sein kann, weißt du am besten selbst. Ich bin mir sicher, schon beim Lesen fällt dir etwas ein, was für dein Wohlbefinden während der Menstruation wichtig ist. Denn darum geht’s: Sich selbst bewusst ein paar Stunden Zeit zu nehmen, das Ritual für die Menstruation zu machen und dabei eine kleine Auszeit zu nehmen.


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So funktioniert’s

Das Ritual für deine Menstruation kannst du an jedem Tag machen, an dem du blutest. Ich mache es meist an Tag 2 oder 3. Wenn ich einen Tag gefunden habe, an dem ich 2-3 Stunden ungestört bin, setze ich mich auf einen gemütlichen Platz (meistens mein Sofa) und mache Musik an. Ich zünde meine rote Kerze an, trinke einen Frauentee, esse Schokolade und lackiere mir die Nägel rot, sodass ich innerlich richtig eingestimmt bin auf meine Periode. Außerdem ziehe ich gerne eine Tarotkarte für den kommenden Zyklus, aber wenn das nicht dein Ding ist: Kein Problem, alles deine Entscheidung.

So sieht mein Ritual aus

Wenn die Nägel getrocknet sind, kommt der schönste Part und der Grund, weshalb lauter kleine Briefchen in meiner Periodenkiste herumfliegen: Ich schreibe mir selbst einen Brief! Der Brief beginnt mit „Liebe Noemi…“ und ich schreibe dort 1. hinein, was ich im letzten Zyklus erlebt und gemeistert habe und 2. was mich im nächsten Zyklus erwartet. Dabei bin ich so liebevoll und einfühlsam mir selbst gegenüber, wie ich es bei einer engen Freundin wäre.

Ich hatte herausfordernde Situationen im letzten Zyklus? Prima, jetzt ist der Zeitpunkt, mir dafür mental auf die Schulter zu klopfen. Ich bin mit etwas gescheitert und habe mich wie eine Versagerin gefühlt? Nicht so schlimm, ich gebe mir selbst Liebe und Verständnis dafür. Mich erwarten aufregende Veränderungen in den nächsten Wochen? Ich spreche mir Mut zu und feuere mich an.

Merkst du schon beim Lesen, wie gut sich das anfühlt? Sich selbst in lieben Worten zu baden ist so viel Wert und etwas, was wir viel öfter machen sollten. Das ist für mich gelebte Selbstliebe. Denn wie die Liebe zwischen Menschen ist auch die Selbstliebe etwas, was durch den bewussten Ausdruck stärker wird. Und das kannst du durch dieses Ritual gezielt tun.

Anschließend kommt der Brief mit Datum versehen in die Kiste und bei meiner nächsten Menstruation hole ich ihn hervor und lese ihn. Die netten Worte wieder zu lesen, die ich mir selbst geschrieben habe, zu sehen, was alles seitdem passiert ist – Das tut gut und ist eine schöne Sache, sich sowohl die vergangenen als auch die kommenden Wochen ganz bewusst zu machen. Mein liebster Part des ganzen Rituals für die Menstruation!

Hast du jetzt Lust auf dein eigenes Periodenritual bekommen? Dann hoffe ich, es waren einige gute Anregungen für dich dabei und wünsche dir viel Freude beim Herausfinden deines Rituals! Schicke den Artikel gern auch an eine Freundin weiter, die Lust darauf haben könnte.

Und wenn du jetzt in Gedanken sagst „Ey Noemi, verpiss dich mit deinem Hippiescheiß“, kann ich auch damit leben. 😉

Alles Liebe, Noemi ❤️